Home
i socrem
Allegato alla rivista "Confini" n. 3/2003

Anno 3 - Nr. 2

JUBILÄUM

1993-2003

ERFOLGSZAHLEN

Feuerbestattungen

55%

Erdbestattungen

34%

Nischenbestattung

11%

Jahr 2002 Gemeinde Bozen.

 

Es gibt Zahlen, die aussagekräftiger als Worte sind. Für SOCREM ist der prozentuelle Anteil an Brandbestattungen in Bozen die beste Erfolgs­bestätigung, die man sich vorstellen kann. Umso mehr im Vergleich zu anderen Ländern und Gebieten. So ersieht man zum Beispiel, dass in den italienischen Großstädten (Turin, Mailand, Genua, Rom), die Einäscherungen 25% erreichen. In naheliegendem Trient 18%. Gesamtstaatlich werden in Italien knapp 7% der Verstorbenen feuerbestattet, wobei die grösseren Ballungs­gebiete im Norden den Löwenteil ausmachen (11%). In den wichtigsten EU Ländern sieht die Lage folgendermassen aus: Frankreich 20%, Holland 47%, Deutschland 39%, Österreich 21%, England 70%.

DEM PRÄSIDENTEN DAS WORT
ZEHN JAHRE VEREINSLEBEN

Es ist kaum zu fassen. Zehn Jahre schon sind verflossen seit der Gründung unseres Vereins. Mir kommt die Zeit entweder ganz kurz oder ganz lang vor. Kurz, weil es mir wie gestern vorkommt, da wir uns trafen, um an den Grundlagen der künftigen Tätigkeit zu feilen; lang, wenn ich auf Leistungen und Eroberungen zurückschaue. Als amtierender Präsident fühle ich mich verpflichtet, allen Mitgliedern, allen Helfern und Mitarbeitern einen Dank auszusprechen. An dieser Stelle darf ich besonders Aldo Foldi nennen, der eigentlich alles ins Rollen gebracht hat und mit Geduld, Ausdauer und viel Leidenschaft alle Mosaiksteinchen zusammengefügt hat bis zu den heutigen Resultaten. Ich denke jedoch auch an das Engagement aller, die wir in dieser Nummer weiter vorn einzeln beim Namen nennen wollen. Wie bei einem Orchester hat jeder, ob gross ob klein, eine Rolle gespielt. Alle Erwartungen übertreffend gut gespielt. Der Stadt Bozen wird oft Kälte und Gleichgültigkeit vorgeworfen. Anders unsere Erfahrung; wir sind auf Aufmerksamkeit und Entgegekommen gestossen. Wir haben die Angel geworfen, und so manche Vorurteile überwunden. Unsere Botschaft hat trotz allem Früchte getragen. Es ist gar nicht leicht über den Tod und all seinen Dingen zu reden, vor allem in einer Gesellschaft, die ganz auf das hier und jetzt eingestellt ist. Unsere Überlegung ist einfach und klar; niemand, ohne Ausnahme, entkommt dem Ende seines Lebenslaufes. Ist es dann nicht besser in diesem Zusammenhang selber zeitig Entscheidungen zu treffen? Ohne fremden Eingriff. Langsam hat sich diese Denkweise durchgesetzt und die Feuerbestattung hat sich ohne weiteres eingebürgert. Und zwar ohne Druck, ohne Spekulationen, im vollen Respekt aller Denkrichtungen, darauf habe ich besonders bestanden. In Stadt und Land ist heutzutage die Feuerbestattung ein Begriff, der Lebende und Verstorbene gleichermassen ehrt. Die Hitze des Feuers, das für den Menschen seit Jahrtausenden Überlebenshilfe ist, wird in der Brandbestattung das pietätvolle Kennzeichen des letzten Grusses.

Enrico Farina
 

EIN BLICK IN DIE VERGANGENHEIT…
Die Etappen einer rasanten Entwicklung

Bis zur zweiten Hälfte der achtziger Jahre kannte die Brandbestattung nur eine geringe Verbreitung. Sie war umständlich und teuer. Ausserdem war die neue, tolerante Einstellung der katholischen Kirche in punkto Einäscherung weitgehend unbekannt.

1988 Der Einäscherungsverein in Verona, an dem sich auch Südtiroler Anwärter wenden müssen (etwa 40 Mitglieder im Ganzen), ladet zu einer Versammlung ein, um über die im selben Jahr erlassenen Gesetzesneuerungen auf staatlicher Ebene zu berichten. Ein gravierender Meilenstein in der Geschichte der Feuerbestattung, denn die Gemeinden müssen künftig für deren Kosten aufkommen, da die Feuer- der Erdbestattung gleichgesetzt wird. An dieser Versammlung nehmen auch Bozner teil und werden kurzerhand aufgefordert eine örtliche Sympathisantengruppe zu gründen , damit auch in Südtirol eine Infostelle verfügbar sei. Die Anwesenden (u. a. Aldo Foldi, Enrico Farina, Elena Graff und Agostino Tonin) lassen sich nicht bitten. Bald beginnt die Tätigkeit und nimmt hauptsächlich zwei Richtungen ein. Einerseits wird der Kontakt zu den örtlichen Behörden gepflegt, um Förderungsmassnahmen zugunsten der Brandbestattung zu erlangen und vor allem um ein Projekt voranzutreiben; nämlich die Errichtung einer eigenen Einäscherungsanlage. Andererseits werden die ersten öffentlichen Vorträge zum Thema veranstaltet, an denen Amtsträger der öffentlichen Verwaltung und der katholischen Kirche (mit Hochwürden Canal) teilnehmen. Der Publikumserfolg ist unglaublich. Es herrscht eine grosse Wissensgier und die Mitgliedschaftsanträge vermehren sich zusehends.

1993 Die Anzahl der Mitglieder klettert bis auf Tausend. Die Feuerbestattungen mehren sich dementsprechend. Höchste Zeit die informelle Gruppe der Anfänge funktioneller zu gestalten, um den steigenden Bedürfnissen Herr zu werden. Die zunehmende Mitgliederanzahl, die Notwendigkeit allen Sprachgruppen im Land entgegenzukommen und die Gestaltung einer effizienten Verwaltung der bürokratischen Arbeit führen zur Gründung eines von Verona unabhängigen Vereins. Im Februar kommt es zur Gründung des Südtiroler Vereins für Feuerbestattung. Unmittelbares Ziel ist es, eine Anlaufstelle zu finden. Der neuentstandene Verein ist seit Beginn Mitglied des nationalen Bundes für Feuerbestattung (F.I.C.), dem die meisten italienischen Feuerbestattungsvereine zugehören. Bald zeichnet sich der Südtiroler Verein beim Bund für seine aktive Rolle aus. Hauptanliegen: ein Gesetz für die Zerstreuung der Asche in der Natur nach dem Modell anderer in diesem Bereich wegweisende europäische Länder.

1994 Nach einem Jahr wird eine Anlaufstelle eröffnet. Eine winzige Fläche wird von der AGB/CGIL in der Trieststrasse zur Verfügung gestellt. Zunächst werden die Räume mit der Postrentnergewerkschaft und dem Reisebüro ETLI geteilt. Ungeachtet der Platznot zeigt sich der Publikumsverkehr schon von Anfang an sehr rege. In diesem Jahr erfolgt die Überführung der Willensbezeugungen vom ehemaligen Mutterverein. Der Südtiroler Verein ist von Anfang an darauf erpicht, die ganze Tätigkeit zweisprachig zu organisieren. Formulare, Broschüren, Plakate gibt es ausschliesslich in zweisprachiger Fassung.

1995 Im Laufe der ersten Vollversammlung im Dezember wird über die Tätigkeit berichtet. Enrico Farina hat das Symbol des Vereins erdacht und verwirklicht. Es handelt sich um eine fliegende, weisse Taube, auf einem himmelblauen von einem Regenbogen überspannten Hintergrund. Der Bau eines Krematoriums ist nicht mehr nur ein Begehren; die Projekterarbeitung wird ausgeschrieben und SOCREM sitzt im Komitee für die Auswertung der unterbreiteten Projekte. Einige Südtiroler Gemeinden (Bozen, Meran, Leifers und später auch Branzoll) werden zur Übernahme der Transportkosten der Feuerbestattungen überzeugt. Zur Zeit finden die Brandbestattungen in Reggio Emilia und Mantua statt.

1996 Die nicht abreissende Zunahme der Mitglieder und die damit verbundenen Info- und Verwaltungsarbeit führt zur Einstellung einer Halbzeitkraft. SOCREM besichtigt die Einäscherungsanlagen in Vicenza und Mantua, um sich ein genaues Bild über das Vorgehen zu machen. Zweimal jährlich werden in ganz Südtirol Plakate ausgestellt, ausserdem werden regelmässig Infofalter verteilt, und im Juni nimmt SOCREM an der Sozialmesse in der Mailandstrasse und am Matteottiplatz teil. Am letzten Oktobersonntag wird ausserdem zum ersten Mal landesweit der nationale Tag der Feuerbestattung gefeiert. Ein Infostand am Waltherplatz eröffnet eine ganze Reihe von ähnlichen Veranstaltungen in den folgenden Jahren.

1997 SOCREM bemüht sich um die juridische Anerkennung und die Einschreibung im Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen. Dazu ist eine Änderung der Satzungen nötig so wie die jährliche Hinterlegung der Abrechnung und eines Tätigkeitsberichtes. Die Tätigkeit des Vereins unterliegt demzufolge einer Kontrolle, die das korrekte Handeln des Vereins sicher stellt. Eine neue Initiative im Interesse der Mitglieder sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen SOCREM und Südtiroler Gemeinden. Das Verzeichnis der in der Gemeinde ansässigen SOCREM-Mitglieder wird dem jeweilig zuständigem Meldeamt regelmassig gesendet, um den Bewilligungsvorgang zu erleichtern und eventuelle Verspätungen und Schwierigkeiten im letzten Moment zu vermeiden. In diesem Jahr nehmen die jährlichen Herbstkonzerte ihren Anfang.

1998 Ehrenamtliche Helfer erlauben die Eröffnung von Anlaufstellen in Brixen, Meran; Leifers und Neumarkt. Die Förderungsarbeit wird mit den üblichen Mitteln vorangetrieben und einer vom Bund hergestellten Filmkassette zur Feuerbestattung. Mittelpunkt des Geschehens jedoch sind die Bauarbeiten des Krematoriums. Endlich!

1999 Kennzeichnend für das Jahr ist das Schmieden von jahrübergreifenden Plänen und die Modernisierung der Verwaltungsarbeit. Die anstehende Beendigung der Bauarbeiten des Krematoriums stimmt zu Überlegungen was die zukünftige Leitung der Anlage anbelangt. Geplant werden ausserdem ein Website, ein eigenes Infoblatt und eine neue Dienstleistung für die Mitglieder; die Bestattungsvorsorge.

2000 Das Bozner Krematorium nimmt die Tätigkeit auf. Um den Neubau zu ehren, wird eine internationale Tagung mit dem Titel “Die Feuerbestattung heute” in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheitswesen organisiert. Jedes SOCREM Mitglied bekommt die Tagungsunterlagen.

2001 Das Infoblatt “i socrem” ist am Startschuss und wird den Mitgliedern zweimal jährlich kostenlos zugeschickt. Ein Wettbewerb für die Gestaltung des neuen Plakates des Vereins, an dem die Studenten der Kunstschule Gröden teilnehmen, findet im Sommer statt. Mit dem Gesetz 130/01 ist endlich auch in Italien die Zerstreuung der Asche erlaubt und geregelt. Doch leider stehen die Durchführungsbestimmungen immer noch aus und das Gesetz kann nicht umgesetzt werden. Es kommt noch schlimmer. Die bisher kostenlosen Friedhofsdienstleistungen sind in Zukunft zahlungspflichtig. Diese Bestimmungen fallen sehr unpassend mit der Tätigkeitsaufnahme des Krematoriums zusammen und lösen Unzufriedenheit und Ärger aus. SOCREM bemüht sich die Südtiroler Gemeinden zu bürgerfreundlichen Tarifen zu überzeugen.Die Gemeinde Bozen gibt den Ansporn und halbiert die Kosten (€ 154,94).

2002 Die Verwaltungsarbeit wird auf Computer umgestellt. Es soll ein Empfangsprotokoll am Krematorium erarbeitet werden. Da hierzulande keinerlei Facherfahrung besteht, wird das Krematorium in Turin besichtigt. “i socrem” erscheint als Anlage von “Confini”, die italienweit herausgegebene Zeitschrift des Bundes.

EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT
Leitgedanken und Trends

In den vergangenen zehn Jahren hat es weder an Genugtuungen noch an Enttäuschungen gefehlt. Was wäre jedoch die Tätigkeit eines Vereins ohne die erquickende Wirkung der neuen Zielsetzungen und Herausforderungen von Morgen. In diesem Sinne steht dem Verein noch Vieles bevor. Auf nationaler Ebene ist die Debatte zu diesem Thema voll im Gange. Es gibt Meinungsrichtungen, wonach die Feuerbestattungsvereine in ihrer traditionellen Rolle der Förderung längst überholt sind. Es stimmt schon, dass die Einäscherung an Zustimmung gewinnt, in Bozen ist der Konsens europäischen Werten nah. Doch es stimmt auch, dass er sehr ungleich verteilt ist. Vor allem in kleineren Wohngemeinden sind grosse Lücken zu füllen. Errungenschaften sind ausserdem nicht unbedingt gesichert, wie die kürzlich erlassenen, unvorteilhaften Gesetzesbestimmungen beweisen. Den Vereinen öffnet sich ein neues Tätigkeitsfeld. Nachdem die Zeit der Verbreitung und Förderung nicht mehr vordergründig sind, können verschiedene Dienstleistungen, die in Zusammenhang mit der Brandbestattung stehen, ausgearbeitet und angeboten werden. Einige Themen zeichnen sich schon ab und sind entwicklungsträchtig:

Erarbeitung von Dienstleistungen rund um die Feuerbestattung, die von den Mitgliedern oder der Allgemeinheit herangetragen werden (so zum Beispiel die Zerstreuung der Asche in der Natur und/oder die Bestattungsvorsorge);

Anregungs- und Informationstätigkeit der Behörden, siehe neuer Kompetenzbereich der Gemeinden in punkto Kontrolle und Information laut Gesetz 130/01 (Auskunftsdienst für die Bürger über Bestattungsarten und Kosten, Kontrolle und Ablauf der Zerstreuung, Festsetzung der Tarife im Friedhofsbereich, u.s.w.);

Erarbeitung von Schutzmassnahmen gegen Spekulationen im Bestattungswesen (Überwachung der Preise und der Handelsverfahren, Erarbeitung eines Pflichtkodex)

Ausbau der menschlichen Wertstellung der Feuerbestattung (Ausbildung von taktvollem und pietätbewusstem Fachpersonal).

DIE HAUPTDARSTELLER DIESER GESCHICHTE

Wenn die Feuerbestattung in Südtirol daheim ist, so ist dies den Menschen zu verdanken, die ihr Können und Wissen in den Verein gesteckt haben. Jeder hat auf verschiedene Weise den Verein geprägt und ihn aktuell und den Bedürfnissen der Leute entsprechend gestaltet. Einige sind seit dem Anfang dabei, andere sind gekommen und gegangen, wiederum andere sind endgültig von uns geschieden. Wir stellen sie ihnen gerne alle vor:

Aldo Foldi
Gründer und Sekretär

Enrico Farina
Gründer und Präsident (seit 1993)

Graff Elena
Gründerin und Schatzmeisterin
seit 1993
 

Ettore Busselli
Rechnungsprüfer, im Vorstand
u. Mitarbeiter seit 1993

Emma Zucal
 im Vorstand seit 1996

 

Angelina Costanzo
 im Vorstand von 1996 bis 1998

 

Manuela Ferrari
im Vorstand von 1993 bis 2001

Nello Spanu
Rechnungsprüfer von 1993 bis 1998

Argentino Ballestriero
Rechnungsprüfer von 1993 bis 1998

Agostino Tonin
Gründer, im Vorstand
von 1993 bis 1998

Agostino Tonin
Gründer, im Vorstand von 1993 bis 1998

Antonino Papa
Gründer 1993

Giovanni Perini
im Vorstand von 1993 bis 2001

Paolo Bassani
im Vorstand von 1993 bis 1995

Gregorio Balich
Vizepräsident von 1993 bis 1998

Alba Manderioli Ugolini
im Vorstand,
Mitarbeiterin von 1996 bis 2002

Sabrina Valente
im Vorstand von 1999 bis 2001

Franca Turri
Mitarbeiterin seit 1993

Lucidio Baldini
im Vorstand seit 2002

Tiziano Mazzurana
Präsident der Rechnungsprüfer
seit 2002

Morganti Achille
im Vorstand und Mitarbeiter
seit 2002

Toni Serafini
Sekretär seit 2002

Sonja Tomaselli

Rosmarie Winkler
im Vorstand seit 2002

Anton Giulio Dell’Eva
Vizepräsident seit 2002

Fabrizia Nerozzi
Rechnungsprüferin seit 2002

Sergio Bacchetto
Mitarbeiter seit 1999

Bianca Cattelan Gottardi
im Vorstand seit 1999

Waltraud Kastlunger Mailänder
Präsidentin der Rechnungsprüfer
von 1999 bis 2001

Angelo Mostura
Prüfer und Mitarbeiter seit 1999



Ritorna al sommario
 
mailto:info@socrembz.it