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Die schwierige Trauerphase Frau Doktor Paola M. Taufer, Psychologin und Psychotherapeutin„Alles was uns lieb und teuer ist, kann uns entrissen werden; was man uns aber nicht nehmen kann, ist unsere Fähigkeit zu wählen, wie wir mit dem Erlebten umgehen." Viktor Frankl |
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Frau Doktor Paola M. Taufer |
Es ist sehr schmerzhaft jemanden zu verlieren und noch mehr, wenn man die Person selbst gepflegt hat. Nach einem so großen Verlust durchlebt man eine Reihe von Emotionen, die belastend und auch sehr verunsichernd sein können; wie traumatische Schocks, Wut oder Schuldgefühle. Manchmal kommt einem vor, als ob die Traurigkeit uns nie mehr verlassen würde. Jedoch auch wenn diese Gefühle Angst machen können und schwer zu ertragen sind, sind es in Wirklichkeit, normale Reaktionen nach einem Verlust. Der Verarbeitungsprozess der Trauer ist schwierig, kann aber helfen die Situation zu akzeptieren und mit dem Leben weiter zu gehen. |
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Die Art der Verarbeitung und der Erfahrung hängt von verschiedenen Faktoren ab, die von der individuellen Persönlichkeit, dem Umgang mit den Schwierigkeiten, dem Lebensstil, dem religiösen Glauben und der Natur des Verlustes bestimmt werden. Was aber die Symptome betrifft, die in der Trauer erscheinen, so sind sich diese im Großteil der Betroffenen sehr ähnlich. Folglich ist es gut zu wissen, wie sie aussehen und zu wissen, dass die intensiven Emotionen, die man fühlt und die jähen Stimmungsschwankungen völlig normal sind.
Soziale Verhaltenssymptome: Psychische Symptome: Die Trauer ist ein Prozess, der angemessene Zeiten verlangt, die auch von den Umständen abhängen (Die Art des Verlustes), persönliche Faktoren (die psychologischen Ressourcen, die helfen können) oder sozial-kulturelle Faktoren (Familie, Beruf, soziale Zugehörigkeit). Die komplizierte, pathologische Trauer Die pathologische Trauer präsentiert sich wie eine Verlängerung des normalen Trauerprozesses mit negativen Konsequenzen auf den körperlichen und geistigen Zustand mit bedeutsamer Beeinflussung der Lebensqualität des Trauernden und seiner Familie. Es ist ein Leid, welches die Person scheinbar nie mehr loslassen wird.Wenn man von pathologischer Trauer spricht, versteht man darunter die Trauer, welche von 2 Gruppen von Symptomen begleitet wird: jene, die mit dem Trennungsstress zusammenhängen (ich akzeptiere die Trennung nicht) und die anderen, die in dem posttraumatischen Stress liegen (immer wiederkehrende Gedanken an die verstorbene Person, anhaltende Ungläubigkeit über den Todesfall, konstante Traurigkeit). Einige Autoren behaupten, dass Individuen die eine komplizierte Trauer erleben sich in einem Netz von Symptomen gefangen sehen und, dass dieses Netz zum Fokus ihres Lebens wird, sodass sie unfähig werden an etwas Anderem Interesse zu finden und in ausgleichenden Tätigkeiten aktiv zu werden. Mit anderen Worten, sie sind nicht mehr im Stande sich in ihrem Leben weiter zu entwickeln. Caregiving (Langzeitpflege) danach. Wenn die Pflegearbeit endet. Die psychologischen, sozialen und körperlichen Folgen des Caregivings, wirken sich oft auf die Lebensphase aus, die dann beginnt, wenn die Pflege endet. Das Leid, das mit dem Tod eines Angehörigen einhergeht, verbindet sich dann mit der Intensität der Pflegearbeit, die jahrelang geleistet wurde. Es ist möglich, dass das soziale Netz der Pflegeperson geschwächt worden sind oder, dass der Wunsch nach sozialen Kontakten abgenommen hat. Aktuelle Studien belegen, dass die Folgezeit nach dem Tod des Pflegefalles (nach einer Langzeitpflege) von drei Phasen charakterisiert wird, von denen jede eine bestimmte Erfahrungsgruppe umfasst:
Wer kann uns helfen? Im Anbetracht des Leidens in dieser Phase, wäre es eine gute Idee, die eigenen Gefühle und den seelischen Zustand mit jemanden zu teilen. Der beste Beistand kommt häufig von den Menschen, die uns liebhaben, von Freunden oder Verwandten. Von dem Verlust zu erzählen, vom Menschen den es nicht mehr gibt, kann helfen sich mit dem Tod abzufinden und die eigenen Gefühle zu bewältigen. Es hilft, wenn wir uns den nahestehenden Personen zuwenden und die angebotene Hilfe akzeptieren. Manchmal scheint es, als ob die Menschen in unserer Nähe sich unbehaglich fühlen würden und das ist weil sie meistens „das Richtige" tun oder sagen möchten, aber sich dessen nicht sicher sind. Häufig möchten die Anderen helfen, aber wissen nicht wie, also ist es ratsam ihnen zu sagen, was man braucht, ob es nun eine Schulter ist, um sich auszuweinen, oder eine praktische Hilfe, wie z.B. die praktischen Angelegenheiten betreffs der Bestattung. Andererseits, können auch Personen, die uns nahe stehen Mangel an Sensibilität beweisen. Zum Beispiel, wenn sie voraussetzen, dass wir froh sind keine Pflegearbeit mehr leisten zu müssen. Möglich, dass sie nicht verstehen wie sich langzeitig die Rolle einer Pflegenden auswirkt und welche Bedeutung sie weiterhin für uns hat. Manchmal erwarten sich die Menschen einfach, dass wir fähig sind, das Leben weiterzuführen, in derselben Weise wie wir es vor der Pflegezeit taten. Das ist der Grund, warum man seine Trauererfahrung mit anderen teilen sollte, die ähnliche Erfahrungen erlebt haben. Und schließlich, wenn das Leid zu groß erscheint, sollte man einen Berater aufsuchen, der in der Trauerarbeit beruflich erfahren ist. Ein guter Psychologe kann helfen die intensiven Emotionen des Erlebten zu beleuchten, um die Hürden dieser Lebensphase überwindbar zu machen. |
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Frau Dr. Taufer hat eine große Erfahrung im Bereich der Trauerverarbeitung und ist in der Beratung bezüglich dieser Thematik in Seniorenheimen und im Gesundheitswesen unserer Provinz tätig. Dieser Artikel betrifft den Beginn unserer Zusammenarbeit. Eine Zusammenarbeit, die sich in Konferenzen, Tagungen und professionellen Treffen konkretisieren wird. Unsere Mitglieder erhalten eine erste unentgeltliche Beratung von ihr, die von der Socrem angeboten wird. |
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