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Erinnerung an ALBA GIAMPICCOLO |
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Mit fast 94 Jahren ist Alba Giampiccolo an einem Sommertag, den 28. Juli 2016, von uns gegangen,- Vor fünf oder sechs Jahren hatte ich Alba kennengelernt. Sie war eine von den ganz ersten Mitgliedern. Zartgebaut, mit eleganter Gangweise mit einem Aussehen, das modern und für eine Frau ihres Alters eher ungewöhnlich war. Sie trug gerne Jeans mit einer weißen, ledernen Bomberjacke und trug lange blonde Haare. Das machte mich schnell neugierig auf ihre Persönlichkeit, auf ihre Art zu reden und aufzutreten, sodass ich versuchte, ihren kurzen Besuch möglichst zu verlängern; stellte ihr also Fragen über ihr Leben und ihre Interessen, die sie gern beantwortete. |
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Ihr Leben war ein langes Leben gewesen, sie hatte viele ihrer Lieben sterben gesehen, ihren Bruder Dante, ihre liebe Schwester Pia und viele die ihr nahegestanden waren. Sie hatte das Leben geliebt, die Reisen und die Leute; sie hatte sich selbst verwirklicht, nicht durch die Familie und die Kinder, wie es zu ihrer Zeit für die Frauen unerlässlich schien, sondern indem sie Interessen und Passionen hegte; sie hatte sich mit Erfolg ihrer Arbeit gewidmet, dem Schreiben, der Malerei und den Reisen. Alba war eine Künstlerin; ihre veröffentlichten Gedichte und Erzählungen beschreiben das Leben und ihre Reisen; sie beschreibt voller Einfachheit Situationen, Personen und die „banale Alltäglichkeit“, die in ihrer Jugend unter dem Faschismus das Schlechte und die Leichtfertigkeit jener Zeit hervorhebt, in der sie aufgewachsen war. Sie hatte ein sonniges und aufgewecktes Gemüt, das jedoch oft vom Gefühl der Einsamkeit und Melancholie begleitet wurde, wie es ihre Verse uns verraten: |
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Schluchzen Ich möchte das Leben besingen: Aber, da kommt keine Melodie. Bitteres Schluchzen im schnellen Takt Erfüllt das verlassene Sein. Die Gedanken der heiteren Zeit Fliegen in die Ferne Graben in das freundhafte Schweigen Die Einsamkeit. (trad. Christine Matha) |
Die
Schwestern: |
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In der italienischen Bibliothek „Claudia Augusta" in der Mendelstr. 5, kann man sich ihre Bücher ausleihen. |
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von A. Ferretti Sekretärin der SOCREM |
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