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| Allegato alla rivista "Confini" n. 1/2001 |
Anno 1 - Nr. 1 |
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Die Feuerbestattung: Ist sie nur eine Bequemlichkeit?
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"Uns ist es wichtig, die Feuerbestattung ins Bewusstsein des modernen Menschen zu rufen, als Ansatz für eine erweiterte Überlegung zu Bedeutung und Inhalt des Daseins. Wer die Auseinandersetzung mit der extremen Bilanz ablehnt, lehnt auch die Möglichkeit ab, dem eigenen Leben Tiefe und Wesentlichkeit zu verleihen." So Elena Graff, freiwillige Helferin bei der SOCREM. Sicher handelt es sich nicht um passende Eigenschaften in dieser genuss- und konsumorientierten Welt, deren einzige achtungswürdige Maßstäbe Oberflächlichkeit und Anschein sind. Nur wenige, schwache Stimmen versuchen unseren menschlichen Geschehnissen Inhalt zu geben. In diesem Zusammenhang schwimmt die SOCREM gegen den Strom; eine unbequeme Rolle! Oft genug wird ihr vorgeworfen, die Einäscherung verdränge die Erdbestattung bloß aus kleinlichen, praktischen Gründe, ohne die geringste, geistige Erhabenheit, als ob es sich um eine Form der Müllentsorgung handle und nicht etwa, um ein wirkungsvolleres Erlebnis der Verabschiedung, der Konsequenz einer bewussten Entscheidung ist und nicht eines Brauchtums, der zwar nie in Frage gestellt wird, aber den man eben deswegen eher über sich ergehen lässt, als dass er wirklich so bedacht und erwünscht wird. Sicher, die Einäscherung löst viele, reale Probleme, ob groß, ob klein und erspart Platz, Zeit, Geld, doch diese Eigenschaften schließen sich Begründungen völlig anderer Art an. Welcher Art? Kommen sie selbst zu Wort; sie haben sich für die Feuerbestattung entschlossen, schreiben sie uns warum.
Wie ich zu SOCREM kam Es ist eine verbreitete Ansicht, dass, um die dreißig, der Gedanke über das unvermeidliche Ende noch weit entfernt sei, als ob es sich ausschließ1ich um ein Problemkreis des hohen Alters handle. Wenn wir die kulturellen, sozialen und religiösen Gründe beiseite lassen, die in der westlichen Welt keinen natürlichen und weniger beängstigenden Ansatz zum Thema fordern, bleibt die Tatsache bestehen, dass der Tod Bestandteil unseres Lebens ist und zwar seit der Geburt. Mir fehlte nicht das Wissen, aber auch ich vermied und verdrängte das Thema aus Angst und aus Unfähigkeit, es in angemessener und vorteilhafter Weise für mein inneres Reifen anzugehen. Dann habe ich durch verschiedene Lebenserfahrungen verstanden, dass ich meine Haltung zum Thema Tod und Bestimmung der sterblichen Hülle ändern musste. Mit einigen anfänglichen Befürchtungen, nicht zuletzt jene, beurteilt zu werden, jedoch mit überzeugtem Willen, bin ich im Sitz der SOCREM in Bozen erschienen. Entgegenkommende und fachlich gewandte Menschen haben mir geholfen, Zweifel zu beseitigen. Kurz darauf gesellte sich mein Name zu den andern in der Mitgliederliste und ich schritt mit meiner Entscheidung zufrieden hinaus.
Abschiedssaal: Kreuz ja oder nein? Ich bin seit 1994 Mitglied und als Agnostikerin habe ich testamentarisch festgehalten, dass ich ohne religiöse Trauerfeier feuerbestattet werden mochte. Das Meraner Bestattungsunternehmen, dem ich die Sache in die Hand gegeben habe, weiß darüber bescheid. Meine Zufriedenheit über die Errichtung des Krematoriums und dessen anstehende Inbetriebnahme ist durch den Zank und die ausgebrochene Empörung bezüglich der Ausstattung der Kapelle erschüttert. Meinerseits pflichte ich dem Bürgermeister, dem Präsidenten und dem Architekten bei für ihre standhafte Stellungnahme; wer Schmuck und Sinnbilder verlangt und behauptet, sie seien für unsere kulturelle Eigenart unabdingbar, verwechselt die eigene mit der Meinung anderer. Wer sich zu einem Glauben bekennt, wird sich kaum zieren, persönlich ein Kennzeichen zu tragen, obschon diese im Herzen getragen werden sollten, ohne Äußerlichkeiten, die bloß auf Konformismus hinweisen. Fanatismus und Intoleranz lassen nicht auf Gesittung schließen. Es ist wohl nicht genug, dass die Kurie den Zeitgeist wahrnehmend, einverstanden war. Wenn es um persönliche Gewissensfragen geht, darf sich niemand erlauben, sich unter der Begründung vermeintlicher Gemeinschaftsbedürfnisse in deren anderer einzumischen. Soviel zu Ihrer Kenntnis, mit den besten Grüßen und Glückwünschen für den imposanten Bau. |
| FAQ = Die meist gestellten Fragen | |
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Nicht selten tauchen in den Gesprächen mit den Menschen wiederkehrende Zweifel auf, die gleich aus der Welt geschaffen werden müssen, sonst verwandeln sie sich in falsche Überzeugungen, die je unbegründeter desto hartnäckiger sind. Im allgemeinen ist es empfehlenswert sich nicht auf Gerüchte einzulassen, die womöglich ohne Böswilligkeit Unkenntnis weitergeben. Wenn man etwas wissen will, soll man sich am besten an sichere Quellen wenden. Dieses Anliegen soll die "Leserpost" erfüllen und auf die Fragen der Leser eingehen. |
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| Stimmt es, dass man die noch nicht mineralisierten
Überreste aus Exhumierungen einäschern darf? |
Ja. Seit zwei Jahren schon ist den Angehörigen per Dekret die
Möglichkeit gegeben, die Einäscherung der Exhumierungsreste zu beantragen. In Bozen hat man allerdings die Inbetriebnahme des Krematoriums abwarten
müssen. |
| Schließt die Feuerbestattung die Trauerfeier aus? |
Ganz und gar nicht. Jedem steht es frei, die Feier nach Glauben,
Überzeugungen, Wünsche und Tradition zu gestalten. Die Einäscherung findet im
üblichen erst nach den Verabschiedungszeremonien statt. |
| Muss die Familie für die
Einäscherungskosten aufkommen? |
Absolut nicht. Die Kosten für die Benutzung der Anlage gehen zu Lasten der
Ansässigkeitsgemeinde des Verstorbenen. Die Familie muss alle anderen Bestattungskosten
übernehmen. In Südtirol tragen Bozen, Meran, Leifers, Brixen und Branzoll zudem auch die Transportkosten zum Krematorium (Hin- und Ruckfahrt). |
| Wo wird die Asche aufbewahrt? |
In Italien schreibt das Gesetz vor, die Asche innerhalb eines Friedhofes aufzubewahren. Die Zerstreuung oder Aufbewahrung an anderen Orten ist unterbunden. Die Familie darf
lediglich zwischen Familiengrab, Nische oder Aschenhaus wählen. |